Filzläuse
(oder "Schamläuse"):
sehr kleine,
aber noch mit dem Auge wahrnehmbare Läuse (Phtirus pubis), die
sich durch Blut ernähren, meist im Bereich der Schamhaare aufhalten
und dort auch ihre Eier legen. Der Befall heißt medizinisch "Phtiriasis"
oder "Pediculosis". Merkmal sind starker Juckreiz und bläuliche
Flecken auf der Haut durch die Stiche der Laus. Alle Kleidungsstücke,
Hand- und Bettücher müssen zur Therapie desinfiziert werden,
hilfreich ist auch eine Rasur der Schamhaare. Die befallenen Haut-Partien
werde mit einer vom Arzt verordneten Tinktur bestrichen.
Gonorrhö
oder Tripper:
die am häufigsten
vorkommende Geschlechtskrankheit, wird durch Gonokokken übertragen.
Symptome sind beim Mann: brennendes Gefühl beim Urinieren und eitriger
Ausfluß, bei der Frau sind die Anzeichen weniger deutlich: grünlich-gelber
Ausfluß, Schmierblutungen. Der Tripper wird mit Antibiotika meist
erfolgreich behandelt.
Syphilis
(oder "Lues"):
wird durch
Bakterien übertragen und entwickelt sich über mehrere Stadien
hinweg mit unterschiedlichen Symptomen. Am Anfang entsteht ein bräunlich-rotes
Geschwür, das keine Schmerzen verursacht und oft unbemerkt bleibt.
Im zweiten Stadium finden sich Hautausschläge, Müdigkeit und
Fieber. Nach 2-5 Jahren bilden sich Knoten unter der Haut und Herz-Kreislauf
und Nerven sind betroffen. Im letzten Stadium (nach 10 Jahren und später)
kann es zum Befall von Rückenmark und Gehirn kommen. Die Syphilis
breitete sich im Mittelalter vor allem über die Bordelle wie eine
Seuche in ganz Europa aus und führte oft zum Tode. Die ersten Kondome
wurden zum Schutz vor der Syphilis und nicht zur Empfängnisverhütung
benutzt. Heute wird Syphilis mit Penicillin oder anderen Antibiotika
meist erfolgreich behandelt.
weicher
Schanker ("Ulcus molle"):
wird durch
Bakterien übertragen und zeigt sich wenige Tage nach der Ansteckung
in Form von Knötchen oder Geschwüren an der Übertragungsstelle.
Wird mit Antibiotika oder Sulfonamiden behandelt.
venerische
Lymphknoten-Entzündung:
wird durch
bakterienähnliche Erreger, sogenannte Chlamydien, übertragen.
Zunächst zeigen sich nur Bläschen, später schmerzhafte
Schwellungen der Lymphknoten in der Leistengegend.
Herpes
genitalis:
wird übertragen
durch einen Virus (Herpes simplex Virus Typ 2) und äußert
sich zunächst nur durch Jucken, Hautrötung und Bläschen
an den befallenen Stellen (Penis, Scheide, After). Später öffnen
sich die Bläschen und es können Lymphknotenschwellungen auftreten.
Herpes tritt auch im Mundbereich an den Schleimhäuten auf ("Herpes
simplex"). Wird Herpes nicht behandelt, besteht die Gefahr von
Hirn- und Nervenentzündungen. Ärztlich werden Medikamente
eingesetzt, die das Wachstum eingrenzen, zum Teil auch eine Tinktur
aus Myrrhen-Extrakt.
Pilzinfektionen:
im Genitalbereich
sind es meist Hefepilze, die sich beim Mann an der Eichel durch Rötung
und weißliche Verfärbung bemerkbar machen. Bei der Frau treten
Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen
auf. Bei der Behandlung, die beide Partner einbeziehen muß, werden
Salben, Zäpfchen und Tinkturen eingesetzt.
AIDS
("Acquired
Immune Deficiency Syndrome", deutsch: "erworbenes Immunschwäche-Syndrom"):
wird hervorgerufen durch durch sogenannte HI-Viren. Diese verursachen
eine Schwächung des Immunsystems, also der Fähigkeit, Krankheitserreger
mit körpereigenen Mitteln zu bekämpfen. Das Virus befällt
jene Zellen, die das Körperabwehrsystem steuern. Im Laufe der Zeit
treten dann viele Infektionskrankheiten und auch Krebserkrankungen auf,
die letztlich zum Tode führen. Die Übertragung erfolg durch
Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit oder auch Muttermilch. Das Virus
kann jahrelang im Körper "schlummern", ohne dass Krankheitsanzeichen
sich bemerkbar machen. Erst mit dem Auftreten der Infektions-Krankheiten
spricht man dann von einer AIDS-Erkrankung. Ansteckungsgefahr besteht
insbesondere bei Geschlechtsverkehr ohne Kondome (an Mundschleimhäuten,
Penis und Scheide, After). Der HIV-Virus kann beim Arzt durch einen
Test nachgewiesen werden. AIDS wurde erstmals 1984 in den USA als Krankheitsbild
entdeckt und medizinisch beschrieben. Bis Mitte der 90er Jahre waren
in Deutschland etwa 60 Tausend Menschen infiziert, 20 Tausend waren
an AIDS erkrankt, 13 Tausend daran gestorben. Eine völlige Heilung
ist bis heute nicht möglich, jedoch kann die medizinische Therapie
heute die Lebenserwartung HIV-infizierter Patienten deutlich verlängern.