Geschlechtsverkehr
mit Personen des gleichen Geschlechts
gleichgeschlechtliche
Liebe und Sex; das Wort wird oft falsch verstanden, da fälschlicherweise
angenommen wird die Silben homo kämen aus dem Lateinischen und
bedeuteten soviel wie Mann; sie kommen aber aus dem Griechischen und
bedeuten gleich; Homosexualität ist also nicht Männerliebe,
sondern Gleichheitsliebe, die sinnliche Zuneigung zum gleichen Geschlecht;
Mann liebt Mann oder Frau liebt Frau.
Homosexuelle sind weder schlechter noch besser als Heterosexuelle. Sie
sind aufgrund ihrer Homosexualität nicht begabter oder freundlicher,
haben keine speziellen Erkennungsmerkmale, haben glückliche und
unglückliche Beziehungen, haben mal viel und mal wenig Sex ...
ebenso wie alle anderen Menschen auch.
Untersuchungen belegen: mindestens 37% der Männer aus der Befragung
hatten zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens schon einmal homosexuelle
Erlebnisse (Petting, Onanie, Analverkehr). Bei Männern, die bis
zum Alter von 35 Jahren noch unverheiratet sind, liegt dieser Anteil
sogar bei 50 Prozent. Homosexuelle Kontakte finden sich bei mittlerem
Bildungsniveau (Realschule) häufiger als bei niedrigem oder hohem.
Weiterhin ist diese Erfahrung deutlich häufiger bei Stadt- als
bei Landbewohnern.
[das Gegenteil von Homosexualität ist Heterosexualität]
Die
moderne Sexualforschung
beschäftigt
sich seit langem mit den Ursachen und auch der Verbreitung homosexuellen
Verhaltens. Einer der Pioniere war der Deutsche Magnus Hirschfeld, selbst
Homosexueller, der in den 30er Jahren in Berlin das - später von
den Nazis zerstörte - Instiutut für Sexualforschung gründete.
Obwohl noch eine Vielzahl von Fragen offen ist, kann heute folgendes
als gesicherte Erkenntnis gelten: Homosexualität ist keine Krankheit,
obwohl sie lange Zeit (bis zum Jahre 1992) auch von der Weltgesundheitsorganisition
WHO so definiert war. Homosexualität ist daher auch nicht behandlungsbedürftig,
weder medizinisch noch psychotherapeutisch. Frühere Versuche, Homosexuelle
zu Heterosexuellen zu machen, sind trotz unterschiedlichster Therapien
durchweg gescheitert. Homosexualität ist eine spezielle Spielart
menschlicher Sexualität, nichts "Abartiges" oder "Perverses",
wie beispielsweise im Nationalsozialismus propagiert wurde. Homosexuelle
können ebenso wenig wie Heterosexuelle etwas für ihre Veranlagung.
Homosexualität umfaßt nicht nur die "technische"
und rein körperliche Dimension: Schwulen ebenso wie Lesben können
einander lieben und begehren, miteinander wohnen, eine feste Beziehung
führen, ein Kind erziehen usw. In den letzten Jahren wurden vermehrt
Forderungen laut, auch die Ehe unter Homosexuellen zuzulassen oder die
Möglichkeit ein Kind zu adoptieren. In Dänemark, Schweden,
Norwegen und den Niederlanden sind heute staatlich beglaubigte Partnerschaften
für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Das Bundesverfassungs
- Gericht stellte im Oktober 1993 fest: Die Geschlechter - Verschiedenheit
gehöre zu den prägenden Merkmalen einer Ehe, weswegen diese
homosexuellen Paaren nicht geöffnet werden müsse. Es bemerkt
allerdings auch, daß gleichgeschlechtliche Paare benachteiligt
sind und die Bundesregierung sich etwas einfallen lassen solle. Niemand,
der in der Kindheit oder Pubertät einmal nur aus Neugier homosexuelle
Kontakte hatte oder von einem anderen dazu verführt wurde, wird
nur deshalb und ohne die entsprechende Neigung schon homosexuell. Warum
jemand homosexuelle Neigungen entwickelt, ist bis heute wissenschaftlich
nicht endgültig geklärt. Die wissenschaftlichen Theorien reichen
von rein psychologischen Annahmen (bestimmte Kindheitserfahrungen, Verhältnis
zur Mutter), über genetische (vererbte) Faktoren bis hin zu Annahmen,
daß sich in der embryonalen Phase (im Mutterleib) bestimmte endokrine
Störungen oder besondere Stoffwechselprozesse abspielen, bei denen
das männliche Sexualhormon Testosteron eine besondere Rolle spielt.
Am
wahrscheinlichsten
erscheint
heute den meisten Wissenschaftlern, daß eine Kombination aller
dieser Hintergründe maßgeblich ist. Über die Verbreitung
der Homosexualität gibt es bis heute keine völlig zuverlässigen
Annahmen, da immer noch mit einer Dunkelziffer gerechnet werden muß:
Auch heute noch ist die homosexuelle Veranlagung vielerorts tabuisiert
und viele haben Befürchtungen, durch ein "Coming Out"
(sich öffentlich zur Homosexualität bekennen) im Beruf oder
sozialen Umfeld Nachteile zu erleiden. Schätzungen gehen davon
aus, daß etwa 5-6% aller Männer und Frauen in der Bevölkerung
ausschließlich oder ganz überwiegend homosexuell sind. Dabei
sind Männer häufiger (3-4%) homosexuell als Frauen (ca. 2%).
Überraschend sind die Ergebnisse der Befragung von Alfred C. Kinsey
bei Amerikanern, die deutlich machen, daß sehr viele Männer
wie Frauen im Laufe ihres Lebens zusätzlich auch einmal oder öfter
sexuelle Kontakte zum eigenen Geschlecht haben. Danach haben etwa 50%
aller Männer und 20% aller Frauen bis zum mittleren Lebensalter
(ca. 40 Jahre) zumindest einmal auch homosexuelle Kontakte. Dies bedeutet
auch, daß bisexuelles Verhalten viel stärker verbreitet ist
als häufig vermutet.
Erklärung:
Bei unverheirateten
Männern sind 52-70% (je nach Alter, Hautfarbe, Bildung usw.) ausschließlich
heterosexuell. Ausschließlich homosexuell betätigen sich
3-16% aller Männer und 1-3% aller Frauen. Es gibt jedoch sehr große
Bevölkerungs - Anteile, die neben heterosexuellen zumindest gelegentlich
auch homosexuelle Kontakte haben. Im strengen Sinn "bisexuell"
(d.h. genauso häufig hetero- wie homosexuell) sind etwa 9-32% der
Männer und 4-11% der Frauen)